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Kundenbindung 5 Min. Lesezeit

Kundenbindung für Friseure: Interview mit KLIPP Frisör

Kundenbindung für Friseure: Interview mit KLIPP Frisör

Kundenbindung ist im Friseurhandwerk seit jeher ein zentrales Thema. Doch wie gelingt es, diese traditionelle Verbundenheit ins digitale Zeitalter zu übertragen und dabei auch eine breite Zielgruppe anzusprechen?

Wir hatten die Gelegenheit, Petra Grill, Marketingleiterin von KLIPP Frisör, Österreichs größtem Friseurdienstleister, zu treffen. Im hello again Podcast hat sie uns exklusive Einblicke in ihre Erfahrungen und Erfolge im Bereich der digitalen Kundenbindung gegeben und uns verraten, was andere Friseurbetriebe daraus lernen können.

Die Ausgangslage: Warum überhaupt eine App?

KLIPP ist ja bekannt für seine starke Kundenbindung. Was war der Grund dafür, dass ihr eure analogen Kundenbindungsinstrumente um eine App erweitert habt?

Petra Grill: Es war tatsächlich ein Mix aus verschiedenen Faktoren. Zum einen kam die Anfrage nach einer App von unserem Team und den Kund:innen selbst. Aber ein ganz wesentlicher Punkt war die Lücke an Daten, die uns fehlte. Durch die Corona-Pandemie wurde uns das besonders bewusst.

Wir wussten zwar, wie viele Kundenbesuche wir hatten, aber nicht, wie hoch der Anteil an Stammkund:innen war oder welche Altersstruktur unsere Kund:innen hatten.

Da wir ein Friseur ohne Termin sind, hatten wir auch keine Kundendaten. Wir wollten unbedingt Licht ins Dunkel bringen, um unsere Kund:innen besser zu verstehen und personalisierte Angebote anbieten zu können.

Die Digitalisierung ist einfach in den letzten Jahren ein Megathema im Unternehmen und für uns alle eigentlich.

Petra Grill, Marketingleiterin KLIPP Frisör

Digitalisierung für alle: Zielgruppen und Prämien

Friseure haben eine unglaublich breite Zielgruppe, von Jung bis Alt. Wie schafft ihr es, diese Vielfalt an Kund:innen zu erreichen und gleichzeitig relevant zu bleiben?

Petra Grill: Das ist tatsächlich eine Herausforderung, aber auch eine riesige Chance! Unser Ziel war es von Anfang an, alle Zielgruppen abzuholen.

Deshalb haben wir neben der App auch eine klassische Kundenkarte als Fallback-Lösung eingeführt. Es war uns extrem wichtig, niemanden auszuschließen, vor allem nicht unsere langjährigen, älteren Kund:innen, die oft nicht digital unterwegs sind.

So können wir sicherstellen, dass auch sie von den Vorteilen unseres Treueprogramms profitieren. Der Vorteil der App sind natürlich die Push-Nachrichten und personalisierten Angebote, die wir maßgeschneidert an die jeweilige Zielgruppe ausspielen können.

Der Frequenzrabatt: Das Erfolgsrezept von KLIPP

Gibt es konkrete Prämien oder andere Funktionen, die besonders gut bei euren Kund:innen ankommen?

Petra Grill: Absolut! Unser Frequenzrabatt ist der absolute Renner. Kund:innen erhalten 10 % Rabatt auf den Haarschnitt, wenn sie innerhalb von fünf Wochen wieder bei uns sind. Die Einlösequote hat sich seit den Stempelpasszeiten verdoppelt!

Das liegt unter anderem an den Push-Nachrichten, die wir über die App senden. Wenn ein Kunde oder eine Kundin eine Nachricht bekommt, wie zum Beispiel „Dein Rabatt zählt noch eine Woche!“, dann motiviert das ungemein.

Dadurch konnten wir die Kundenfrequenz nachweislich erhöhen. Es ist eine Win-Win-Situation: Die Kund:innen sind happy über den Rabatt und den neuen Haarschnitt, und wir verzeichnen mehr Besuche.

BausteinWas steckt dahinter
Bonusclub-AppDigitale Basis mit Push-Nachrichten und personalisierten Angeboten
Klassische KundenkarteFallback-Lösung für nicht-digitale Zielgruppen
Frequenzrabatt10 % Rabatt bei Rückkehr innerhalb von fünf Wochen
Push-NachrichtenPersönliche Erinnerungen, die zur Einlösung motivieren
Team-EinbindungSalonleiter:innen aktiv in Rollout und Testphase eingebunden

Learnings für andere Unternehmen

Ihr habt es geschafft, über 280.000 Kund:innen für den Bonusclub zu begeistern. Was gibst du anderen Unternehmen mit auf den Weg, die über ein digitales Kundenbindungsprogramm nachdenken?

Petra Grill: Das wichtigste Learning ist, sich im Vorfeld wirklich Zeit zu nehmen und gut darüber nachzudenken, was man erreichen möchte. Wer sind meine Kund:innen? Welchen Mehrwert möchte ich ihnen bieten? Überlegt euch genau, wofür ihr Prämien ausspielen wollt.

Ein weiterer ganz entscheidender Punkt war für uns, alle Stakeholder ins Boot zu holen, von der Geschäftsführung bis zum Team im Salon. Die Mitarbeitenden sind der direkte Berührungspunkt zu den Kund:innen und ihr Engagement ist entscheidend für den Erfolg.

Wir haben unsere Salonleiter:innen aktiv in die Projektgruppe eingebunden, ihre Bedürfnisse abgefragt und sie später in Testsalons die App ausprobieren lassen. Das hat uns im Rollout enorm geholfen und zu einer hohen Akzeptanz geführt.

Das Commitment der Mitarbeitenden ist extrem wichtig für den späteren Erfolg der App.

Petra Grill, Marketingleiterin KLIPP Frisör

Noch mehr Einblicke im Podcast

Hör dir die komplette Podcast-Folge mit KLIPP an! Hier erfährst du:

  • Warum die Mitarbeitenden beim Rollout einer neuen App so entscheidend sind.
  • Wie KLIPP trotz breiter Zielgruppe und ohne Terminvergabe eine so hohe Anmeldequote im Kundenclub erzielt.
  • Welche konkreten Prämien am besten ankommen.
  • Wie und warum man auch die nicht-digitale Zielgruppe mitdenken sollte.

Noch mehr Praxisbeispiele rund um Bonusprogramme findest du in unserer Übersicht der wichtigsten Instrumente der Kundenbindung.

Fazit: Kundenbindung im Friseurhandwerk braucht Mut zur Digitalisierung

Das Beispiel KLIPP zeigt, dass Kundenbindung im Friseurhandwerk auch bei einer sehr breiten Zielgruppe digital funktioniert – solange niemand ausgeschlossen wird.

Wer wie KLIPP sein Team frühzeitig einbindet und klare Anreize wie den Frequenzrabatt schafft, kann aus einer traditionellen Branche ein modernes, digitales Kundenbindungsprogramm machen.

FAQ: Häufige Fragen zum KLIPP Bonusclub

Warum hat sich KLIPP für eine eigene App entschieden?

Die Corona-Pandemie machte deutlich, dass wichtige Kundendaten fehlten – etwa zum Anteil an Stammkund:innen oder zur Altersstruktur. Mit der App wollte KLIPP diese Datenlücke schließen und künftig personalisierte Angebote machen können. Auch aus dem Team und von Kund:innen selbst kam der Wunsch nach einer App.

Warum bietet KLIPP zusätzlich noch eine klassische Kundenkarte an?

Damit stellt KLIPP sicher, dass niemand ausgeschlossen wird – vor allem nicht ältere Kund:innen, die oft nicht digital unterwegs sind. Die Kundenkarte dient als Fallback-Lösung neben der App. So profitieren alle Zielgruppen vom Treueprogramm, unabhängig von ihrer Digitalaffinität.

Was ist der Frequenzrabatt bei KLIPP?

Kund:innen erhalten 10 % Rabatt auf den Haarschnitt, wenn sie innerhalb von fünf Wochen wieder vorbeikommen. Push-Nachrichten erinnern rechtzeitig daran, dass der Rabatt bald verfällt. Die Einlösequote hat sich dadurch seit den Zeiten der klassischen Stempelkarte verdoppelt.

Wie hat KLIPP die Mitarbeitenden für den App-Rollout gewonnen?

Die Salonleiter:innen wurden von Anfang an aktiv in die Projektgruppe eingebunden und durften die App zuerst in Testsalons ausprobieren. Ihre Bedürfnisse flossen direkt in die Weiterentwicklung ein. Dieses frühe Einbeziehen hat laut Petra Grill entscheidend zur hohen Akzeptanz im gesamten Rollout beigetragen.

Wie viele Kund:innen nutzen den KLIPP Bonusclub?

Über 280.000 Kund:innen sind mittlerweile Teil des Bonusclubs von KLIPP Frisör. Das macht das Programm zu einem der größten seiner Art im österreichischen Friseurhandwerk. Möglich wurde das durch die Kombination aus App, Kundenkarte und gezielten Prämien.

Was rät Petra Grill anderen Unternehmen, die über ein Kundenbindungsprogramm nachdenken?

Sie empfiehlt, sich vorab wirklich Zeit zu nehmen und genau zu überlegen, wer die eigenen Kund:innen sind und welchen Mehrwert man ihnen bieten möchte. Ebenso wichtig ist es, alle Stakeholder einzubinden – von der Geschäftsführung bis zum Team im Salon. Nur wenn alle mitziehen, gelingt auch der Rollout.

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