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Warenkorbwert steigern: 10 Taktiken mit Punkten und Schwellenwerten

Warenkorbwert steigern: 10 Taktiken mit Punkten und Schwellenwerten

Neue Kundschaft zu gewinnen ist aufwendig und teuer. Viel leichter ist es, wenn deine Stammkund:innen pro Einkauf ein wenig mehr mitnehmen. Genau das beschreibt der Warenkorbwert. Schon ein Kaffee zum Croissant oder ein Pflegeprodukt zum Haarschnitt verändert deine Monatszahlen spürbar.

Die meisten Ratgeber denken dabei nur an Onlineshops und Versandkostengrenzen. Im Geschäft vor Ort funktioniert das anders. Dort sind Bonuspunkte und klug gesetzte Schwellenwerte oft der stärkste Hebel. In diesem Guide erfährst du, wie du die richtige Schwelle findest, was sie dich kostet und welche zehn Taktiken sich in der Praxis bewähren.

Was ist der Warenkorbwert?

Der Warenkorbwert zeigt, wie viel Kund:innen im Schnitt pro Einkauf ausgeben. Im stationären Handel sagt man meist Durchschnittsbon. Im Onlinehandel ist die Abkürzung AOV verbreitet (Average Order Value, also durchschnittlicher Bestellwert). Die Formel ist in allen Fällen gleich: Umsatz im Zeitraum geteilt durch die Anzahl der Einkäufe im selben Zeitraum.

Ein Beispiel: Deine Bäckerei macht in einer Woche 7.800 € Umsatz mit 1.000 Bons. Dein durchschnittlicher Warenkorbwert liegt damit bei 7,80 €. Wichtig ist, dass du immer denselben Zeitraum und dieselbe Umsatzbasis verwendest, also zum Beispiel durchgehend brutto oder durchgehend netto.

Durchschnitt, Median und Modus: Welcher Wert zählt?

Der Durchschnitt reagiert empfindlich auf Ausreißer. Ein einziger Großeinkauf für eine Firmenfeier zieht ihn deutlich nach oben. Für die Planung von Schwellenwerten brauchst du deshalb noch zwei weitere Werte und einen Blick auf die Verteilung.

KennzahlSo berechnest du sieWofür du sie brauchst
DurchschnittsbonUmsatz ÷ Anzahl der BonsZielwert und Erfolgsmessung über die Zeit
Median-BonMittlerer Wert, wenn du alle Bons der Größe nach sortierstAusgangspunkt für deinen Schwellenwert
ModusHäufigster Bonbetrag oder häufigste BonklasseZeigt, wo sich die meisten Einkäufe ballen
BonverteilungAnteil der Bons je Preisklasse, etwa in 2,50-€-SchrittenZeigt, wie viele Einkäufe knapp unter der Schwelle liegen

Warum Punkte oft besser wirken als Rabatte

Ein Rabatt ab einem Mindestbetrag wirkt schnell. Er kostet dich aber bei jedem berechtigten Einkauf bares Geld, auch bei allen, die ohnehin so viel gekauft hätten. Bonuspunkte funktionieren anders. Sie kosten dich nur den Einkaufswert der Prämie und das erst dann, wenn jemand die Punkte tatsächlich einlöst.

Dazu kommt ein psychologischer Vorteil. Punkte fühlen sich wie Fortschritt an, nicht wie ein Preisnachlass. Das schützt dein Preisniveau und holt Kund:innen zurück, weil jeder Besuch sie der nächsten Prämie näherbringt. Wie du aus einer bestehenden Rabattspirale herausfindest, liest du in unserem Artikel Rabattabhängigkeit lösen.

KriteriumRabatt ab MindestbonBonuspunkte ab SchwelleGratis-Zugabe ab Schwelle
Wann entstehen Kosten?Sofort, bei jedem berechtigten EinkaufErst bei Einlösung, zum Einkaufswert der PrämieSofort, zum Einkaufswert der Zugabe
Wirkung auf den PreisSenkt den gefühlten NormalpreisPreis bleibt stabilPreis bleibt stabil
Anreiz für den nächsten BesuchKeinerHoch, weil der Punktestand wächstGering
Daten über den EinkaufKeineEinkauf wird einer Person zugeordnetKeine
Typisches RisikoRabattgewöhnungPunkte bleiben liegen, wenn Prämien zu weit weg sindLager- und Ausgabeaufwand

Die Zahlen aus dem DACH Loyalty Report 2026 stützen diesen Weg. 30 % der Befragten in Deutschland und 28 % in Österreich geben an, seit der Nutzung eines Treueprogramms mehr auszugeben. Gleichzeitig erwarten 80 % in Deutschland und 87 % in Österreich Belohnungen, die sie sofort einlösen können. Deine Punkte müssen also schnell zu einer greifbaren Prämie führen.

Auch aus der Praxis kommen klare Signale. Kund:innen von hello again erzielen bei ihren App-Nutzer:innen einen um bis zu 62 % höheren Warenkorbwert. Die Stadtbäckerei Kühl hat ihren durchschnittlichen Warenkorbwert um 15 % gesteigert. Bei Höflinger Müller liegt der Durchschnittsbon mit App-Nutzung um 1,00 € höher.

So findest du den richtigen Schwellenwert

Der Schwellenwert ist das Herzstück fast aller Taktiken in diesem Artikel. Liegt er zu niedrig, verschenkst du Punkte an Einkäufe, die ohnehin stattgefunden hätten. Liegt er zu hoch, strengt sich niemand an. Mit diesen vier Schritten findest du den Bereich dazwischen.

  1. Bons auswerten: Exportiere die Bons der letzten acht bis zwölf Wochen aus deiner Kasse. Ermittle daraus Median-Bon und Bonverteilung.
  2. Schwelle ansetzen: Setze sie als Faustregel 20 bis 30 % über den Median-Bon. Runde auf einen glatten Betrag, den man sich merken kann.
  3. Mitnahmeeffekt prüfen: Schau nach, wie viele Bons die Schwelle heute schon erreichen. Liegt dieser Anteil deutlich über 35 %, ist die Schwelle zu niedrig.
  4. Brücke bauen: Sorge für passende Produkte, mit denen man die Lücke bequem schließt. Eine Schwelle ohne solches Brückenprodukt bleibt Theorie.
KennwertFaustregelWarum
Abstand zum Median-Bon+20 bis +30 %Mit einem Zusatzprodukt erreichbar
Anteil der Bons, die schon darüber liegen20 bis 35 %Begrenzt den Mitnahmeeffekt
Lücke zur SchwelleHöchstens der Preis eines typischen ZusatzproduktsKund:innen schließen sie mit einem Griff
Höhe des Punktebonus10 bis 20 % des Wegs zur nächsten PrämieDer Fortschritt wird spürbar
TestdauerMindestens vier bis sechs WochenSchwankungen nach Wochentag und Monat gleichen sich aus

Diese Faustregeln sind Startwerte aus der Praxis, keine festen Gesetze. Am Ende entscheidet dein eigener Test. Die Grafik zeigt schematisch, was eine gut gesetzte Schwelle mit deiner Bonverteilung macht.

Modellrechnung: Lohnt sich die Schwelle?

Ob sich eine Schwelle rechnet, hängt von drei Größen ab. Das sind der zusätzliche Deckungsbeitrag (Mehrumsatz abzüglich Wareneinsatz), die Kosten der Punkte und der Mitnahmeeffekt. Das folgende Beispiel zeigt eine Bäckerei. Alle Werte sind Annahmen zur Veranschaulichung.

AnnahmeWert
Bons pro Woche1.000
Median-Bon7,80 €
Schwelle10,00 € (rund 28 % über dem Median)
Bons, die schon heute ab 10 € liegen30 % (300 Bons)
Bons, die sich zur Schwelle strecken15 % der übrigen 700 (105 Bons)
Mehrumsatz je gestrecktem Bon2,50 €
Rohertragsmarge60 %
Bonus20 Punkte; 100 Punkte ergeben eine Prämie mit 1,20 € Einkaufswert
Einlösequote70 %
  • Effektive Kosten je Bonus: 20 Punkte × 1,2 Cent × 70 % = rund 0,17 €
  • Zusätzlicher Deckungsbeitrag: 105 Bons × 2,50 € × 60 % = 157,50 €
  • Punktekosten: 405 Bons × 0,168 € = 68,04 €
  • Ergebnis: rund 89 € Plus pro Woche, also etwa 4.650 € im Jahr

Zum Vergleich: Ein Rabatt von 10 % ab 10 € würde bei denselben Annahmen rund 465 € pro Woche kosten. Allein die 300 Bons, die ohnehin über der Schwelle lagen, schlagen bei einem angenommenen Bon von 12 € mit etwa 360 € zu Buche. Unterm Strich stünde ein Minus von rund 308 € pro Woche.

10 Taktiken mit Punkten und Schwellenwerten

Jetzt geht es in die Praxis. Die zehn Taktiken bauen aufeinander auf, du musst aber nicht alle gleichzeitig starten. Zwei oder drei gut umgesetzte Taktiken bringen mehr als zehn halbherzige. Die Übersicht hilft dir bei der Auswahl.

Nr.TaktikMechanikStärkster Hebel
1Bonuspunkte ab SchwellenwertFester Bonus ab MindestbonBons knapp unter der Schwelle
2PunktestaffelMehrere Stufen mit steigendem BonusBreite Bonverteilung
3Fast-geschafft-HinweisNachricht kurz vor der PrämieZusatzkauf und Wiederkehr
4Extrapunkte für ErgänzungenMehr Punkte auf eine ZusatzkategorieCross-Selling
5Sets mit BonuspunktenPunkte statt Preisnachlass auf KombinationenMehrere Artikel pro Einkauf
6Upgrade-PunkteExtrapunkte für die höherwertige VarianteUpselling
7StatusstufenJahresumsatz schaltet Vorteile freiAusgaben über das ganze Jahr
8Gutschein für den nächsten BesuchBonus ab Mindestbon, einlösbar beim nächsten EinkaufBon heute, Frequenz morgen
9Persönliche SchwellenEigenes Ziel je KundensegmentIndividuelles Kaufverhalten
10Spielmechaniken ab MindestbonGlücksrad oder Aktionstag ab SchwelleAufmerksamkeit und Freude

1. Bonuspunkte ab einem festen Schwellenwert

Die einfachste Taktik: Ab einem bestimmten Einkaufswert gibt es einen festen Punktebonus, zum Beispiel 20 Extrapunkte ab 10 €. Die Regel ist in einem Satz erklärt und an der Kasse sofort verständlich. Genau das macht sie so wirksam.

So setzt du es um: Berechne die Schwelle wie oben beschrieben. Zeige sie an der Kasse, in der App und auf dem Bon. Dein Team kann freundlich darauf hinweisen, etwa mit dem Satz: „Mit einem Getränk dazu bekommst du heute 20 Extrapunkte.“

2. Punktestaffel mit mehreren Stufen

Eine einzelne Schwelle erreicht nur die Bons in ihrer Nähe. Eine Staffel spricht mehrere Gruppen gleichzeitig an. Wer 8 € ausgibt, hat ein Ziel, und wer 16 € ausgibt, ebenfalls. Die Werte in der Tabelle sind Beispiele für ein Geschäft mit einem Median-Bon von rund 8 €.

EinkaufswertBonusZiel
ab 10 €+20 PunkteKleine Einkäufe um ein Produkt erweitern
ab 20 €+50 PunkteMittlere Einkäufe aufstocken
ab 35 €+100 PunkteGroße Einkäufe belohnen

Halte die Staffel bei höchstens drei Stufen. Mehr Stufen verwirren und sind an der Kasse schwer zu erklären. Der Bonus sollte von Stufe zu Stufe überproportional wachsen, damit sich der Sprung spürbar lohnt.

3. Fast geschafft: Der Hinweis kurz vor der Prämie

Menschen strengen sich mehr an, je näher sie einem Ziel kommen. In der Psychologie heißt das Zielgradient-Effekt. Wer nur noch 15 Punkte von der Gratis-Prämie entfernt ist, legt eher noch etwas in den Korb.

So setzt du es um: Zeige den Punktestand gut sichtbar in der App. Schicke eine Push-Nachricht, also eine kurze Mitteilung direkt aufs Smartphone, wenn jemand kurz vor einer Prämie steht. Kombiniere den Hinweis mit deiner Schwelle: „Noch 15 Punkte bis zu deinem Gratis-Kaffee. Ab 10 € Einkauf holst du sie heute auf einmal.“

4. Extrapunkte für Ergänzungen (Cross-Selling)

Cross-Selling bedeutet, passende Zusatzprodukte zum eigentlichen Kauf anzubieten. Statt eines Rabatts auf die Ergänzung vergibst du doppelte oder dreifache Punkte auf eine bestimmte Kategorie. Das Getränk zum Mittagessen, das Pflegespray zur Sonnencreme oder die Socken zu den Schuhen sind typische Beispiele.

So setzt du es um: Wähle Kategorien mit guter Marge und klarem Bezug zum Hauptkauf. Wechsle die Aktionskategorie alle paar Wochen, damit sie frisch bleibt. Prüfe danach, ob die Kategorie auch ohne Bonus häufiger mitgekauft wird.

5. Sets mit Bonuspunkten statt Preisnachlass

Produktsets, im Marketing oft Bundles genannt, fassen mehrere Artikel zu einem Angebot zusammen. Klassisch gibt es dafür einen Setpreis. Du kannst den Preis aber stabil lassen und stattdessen Bonuspunkte vergeben. Ob Frühstücksset, Pflegeroutine oder Outfit: Der Warenkorb wächst, ohne dass dein Preisschild leidet.

So setzt du es um: Stelle Sets aus Produkten zusammen, die ohnehin oft gemeinsam gekauft werden. Deine Bondaten zeigen dir diese Kombinationen. Beginne mit zwei bis drei Sets und beobachte, welches am häufigsten gewählt wird.

6. Upgrade-Punkte für die höherwertige Variante (Upselling)

Beim Upselling geht es nicht um ein zusätzliches Produkt, sondern um eine bessere Version. Der große statt des kleinen Kaffees oder die Premiumbehandlung statt der Standardbehandlung. Extrapunkte machen die Entscheidung leichter, weil sich das Upgrade doppelt lohnt.

So setzt du es um: Lege fest, welche Varianten als Upgrade zählen. Der Punkteaufschlag sollte grob zum Preisunterschied passen. Gib deinem Team einen einfachen Satz an die Hand, mit dem es das Upgrade anbietet, ohne zu drängen.

7. Statusstufen mit Jahres-Schwellen

Statusstufen belohnen nicht den einzelnen Einkauf, sondern die Summe über ein Jahr. Wer zum Beispiel 300 € im Jahr erreicht, steigt in die Silber-Stufe auf und sammelt dort schneller. Das motiviert, Einkäufe bei dir zu bündeln, statt sie auf mehrere Geschäfte zu verteilen.

So setzt du es um: Plane zwei bis drei Stufen und zeige in der App, wie viel bis zur nächsten Stufe fehlt. Die Vorteile müssen spürbar sein, etwa ein höherer Punktefaktor, exklusive Prämien oder früher Zugang zu Neuheiten. Mehr zu diesem Modell findest du in unserem Überblick Arten von Treueprogrammen.

8. Gutschein für den nächsten Besuch ab Mindestbon

Diese Taktik verbindet zwei Ziele. Ab einem Mindestbon gibt es einen Gutschein oder Bonuspunkte, die erst beim nächsten Einkauf gelten. Der Bon steigt heute, und der nächste Besuch ist bereits angestoßen. Wichtig ist eine kurze Gültigkeit von etwa zwei bis vier Wochen.

So setzt du es um: Knüpfe den Gutschein an eine Schwelle knapp über deinem Median-Bon. Lege ihn direkt im digitalen Kundenkonto ab, statt ihn auszudrucken. Erinnere kurz vor Ablauf mit einer Push-Nachricht daran.

9. Persönliche Schwellen je Kundensegment

Eine einheitliche Schwelle ist für manche zu niedrig und für andere zu hoch. Mit einem digitalen Treueprogramm kennst du den typischen Bon jeder Person. So kannst du Segmente bilden, also Gruppen mit ähnlichem Kaufverhalten, und für jede Gruppe ein eigenes Ziel setzen.

SegmentTypischer BonPersönliche Schwelle (Beispiel)
Kleine Bons, hohe Frequenz5 €ab 7 €: +15 Punkte
Mittlere Bons12 €ab 15 €: +30 Punkte
Große Bons, seltene Besuche40 €ab 50 €: +100 Punkte

Laut DACH Loyalty Report 2026 erwarten 62 % der Befragten in Deutschland und 55 % in Österreich personalisierte Angebote. Persönliche Schwellen sind eine der einfachsten Formen davon. Starte mit drei Segmenten, bevor du feiner unterteilst.

10. Spielmechaniken ab Mindestbon

Spielerische Elemente, oft Gamification genannt, bringen Abwechslung ins Sammeln. Ein Glücksrad, das ab einem Mindestbon freigeschaltet wird, macht aus dem Zusatzkauf einen kleinen Moment der Spannung. Laut DACH Loyalty Report 2026 nutzen 42 % der Befragten in Deutschland und 38 % in Österreich solche Spielmechaniken gerne oder sehr gerne.

So setzt du es um: Verknüpfe das Spiel mit einer klaren Schwelle und begrenze die Aktion zeitlich, zum Beispiel auf umsatzschwache Wochentage. Höflinger Müller setzt ein Glücksrad direkt an der Kasse ein. Achte darauf, dass jede Drehung einen kleinen Gewinn bringt, damit niemand enttäuscht nach Hause geht.

Welche Taktik passt zu deiner Branche?

Nicht jede Taktik passt überall. Eine Bäckerei mit vielen kleinen Einkäufen braucht andere Hebel als ein Modehaus mit wenigen großen. Die Tabelle gibt dir eine erste Orientierung, die Nummern beziehen sich auf die Taktiken oben.

BrancheTypischer EinkaufStärkste TaktikenBrückenprodukt zur Schwelle
Bäckerei und CaféKlein, sehr häufig1, 3, 10Kaffee, Getränk, Snack
GastronomieMittel, oft in Gruppen4, 5, 8Getränk, Dessert, Beilage
ModehandelGroß, seltener5, 7, 9Accessoires, Socken, Pflegeprodukte
Beauty und WellnessMittel bis groß, gut planbar6, 7, 8Pflegeprodukt für zu Hause, Upgrade-Behandlung
OnlineshopBreit gestreut1, 2, 9Kleinartikel in Höhe der typischen Lücke

Mehr Einblicke in deine Branche findest du in unseren Branchenreports für Bäckereien und Konditoreien, Gastronomie, Modehandel, Apotheken sowie Beauty und Wellness.

So misst du, ob deine Schwelle wirkt

Ein höherer Durchschnittsbon allein beweist noch nichts. Vielleicht kommen Kund:innen einfach seltener und kaufen dafür mehr auf einmal. Deshalb brauchst du ein kleines Kennzahlen-Set mit einem Hauptwert und einer Leitplanke, die Nebenwirkungen sichtbar macht.

KennzahlFormelWorauf du achtest
DurchschnittsbonUmsatz ÷ Anzahl der BonsHauptkennzahl, Vergleich vor und nach dem Start
SchwellenquoteBons ab Schwelle ÷ alle BonsSollte steigen
MitnahmequoteBonus-Bons, die schon vorher über der Schwelle lagen ÷ alle Bonus-BonsMöglichst niedrig halten
Zusatz-DeckungsbeitragMehrumsatz × Rohertragsmarge − PunktekostenMuss positiv sein
KaufhäufigkeitEinkäufe pro Person und MonatLeitplanke: darf nicht sinken
EinlösequoteEingelöste Punkte ÷ vergebene PunkteSehr niedrig heißt: Prämien liegen zu weit weg

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Die meisten Schwellen scheitern nicht an der Idee, sondern an Details in der Umsetzung. Diese sieben Fehler begegnen uns in der Praxis besonders häufig.

FehlerFolgeBesser so
Schwelle zu hochKaum jemand strengt sich anHöchstens 20 bis 30 % über dem Median-Bon
Schwelle zu niedrigHoher Mitnahmeeffekt, Punkte ohne WirkungVorab prüfen, wie viele Bons schon darüber liegen
Mit Verkaufspreis kalkuliertKosten werden überschätzt, gute Aktionen verworfenMit Einkaufswert der Prämie und Einlösequote rechnen
Kein BrückenproduktDie Lücke lässt sich nicht bequem schließenPassende Kleinartikel in Kassennähe platzieren
Zu viele Regeln gleichzeitigTeam und Kundschaft verlieren den ÜberblickMit ein bis zwei Taktiken starten
Nur auf den Bon geschautSinkende Besuchsfrequenz bleibt unbemerktKaufhäufigkeit als Leitplanke messen
Aktion ohne EndeDer Bonus wird zur ErwartungAktionen zeitlich begrenzen und abwechseln

In vier Wochen zur ersten Schwelle

Du möchtest direkt loslegen? Dieser Fahrplan bringt dich in einem Monat von der Datenanalyse zur ersten messbaren Aktion. Danach kannst du Schritt für Schritt weitere Taktiken ergänzen.

Häufige Fragen zum Warenkorbwert

Was ist ein guter Warenkorbwert?

Einen allgemeingültigen guten Wert gibt es nicht. Eine Bäckerei arbeitet mit ganz anderen Bons als ein Modehaus oder ein Onlineshop für Technik. Entscheidend ist deshalb der Vergleich mit dir selbst: Wie entwickelt sich dein Durchschnittsbon über die Zeit, im Vergleich zum Vorjahresmonat oder zwischen deinen Standorten? Setze dir realistische Ziele in kleinen Schritten, zum Beispiel einige Prozent pro Quartal.

Wie berechne ich den Warenkorbwert?

Du teilst deinen Umsatz in einem Zeitraum durch die Anzahl der Einkäufe im selben Zeitraum. Bei 7.800 € Umsatz und 1.000 Bons liegt dein Warenkorbwert also bei 7,80 €. Achte darauf, immer dieselbe Basis zu verwenden, also durchgehend brutto oder netto. Für die Planung von Schwellenwerten solltest du zusätzlich den Median-Bon ermitteln, weil er weniger anfällig für Ausreißer ist.

Wie hoch sollte mein Schwellenwert sein?

Als Faustregel liegt eine gute Schwelle 20 bis 30 % über deinem Median-Bon. Gleichzeitig sollten heute höchstens etwa 35 % deiner Bons die Schwelle schon erreichen, sonst ist der Mitnahmeeffekt zu groß. Die Lücke zwischen typischem Bon und Schwelle sollte sich mit einem einzigen Zusatzprodukt schließen lassen. Teste die Schwelle mindestens vier bis sechs Wochen, bevor du sie anpasst.

Sind Punkte wirklich günstiger als Rabatte?

In den meisten Fällen ja. Ein Rabatt kostet dich bei jedem berechtigten Einkauf den vollen Nachlass zum Verkaufspreis. Punkte kosten dich dagegen nur den Einkaufswert der Prämie und nur dann, wenn sie eingelöst werden. In unserer Modellrechnung bringt ein Punktebonus rund 89 € Plus pro Woche, ein vergleichbarer Rabatt dagegen ein Minus von rund 308 €. Voraussetzung ist, dass deine Prämien attraktiv und schnell erreichbar sind.

Sinkt nicht die Kaufhäufigkeit, wenn der Bon steigt?

Das kann passieren, deshalb solltest du die Kaufhäufigkeit immer mitmessen. Manche Kund:innen bündeln ihre Einkäufe, wenn sie eine Schwelle erreichen wollen. Gegensteuern kannst du mit Taktiken, die auf den nächsten Besuch zielen, etwa mit einem Gutschein für den nächsten Einkauf oder dem Hinweis auf eine fast erreichte Prämie. Sinkt die Frequenz trotzdem, ist die Schwelle meist zu hoch angesetzt.

Brauche ich dafür eine eigene App?

Eine App ist der bequemste Weg, weil Punktestand, Push-Nachrichten und persönliche Ziele an einem Ort zusammenlaufen. Wichtig ist vor allem, dass jeder Einkauf einer Person zugeordnet wird, zum Beispiel über die Anbindung an deine Kasse. Die Bereitschaft zum Umstieg ist hoch: Laut DACH Loyalty Report 2026 würden 73 % in Deutschland und 74 % in Österreich von einer physischen Karte auf eine digitale Lösung wechseln.

Funktionieren diese Taktiken auch im Onlineshop?

Ja, die Logik ist dieselbe. Online kannst du Punkteschwellen gut mit der Grenze für kostenlosen Versand kombinieren, sodass beide Anreize zusammenwirken. Staffeln und persönliche Schwellen lassen sich im Warenkorb sogar besonders gut anzeigen, etwa mit einem Hinweis, wie viel bis zum nächsten Bonus fehlt. hello again lässt sich dafür mit Shopify, Shopware 6, WooCommerce und Magento verbinden, sodass Punkte online und im Geschäft auf einem Konto landen.

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